NEVERMORE
Kunstaktion
@ WUK Museumssaal
1.April 1986 um 20:00


NEVERMORE beendet das Projekt KUNST-STOFF, meine Versuche, Styropor als Werkstoff zu etablieren, mit den Vorzügen der einfachen mechanischen Formbarkeit und seiner durch Hitze und Chemikalien gestaltbarer Oberfläche. Es bietet die idealen Voraussetzungen für die Ruinenformen, die während meiner Beschäftigung mit E.A.Poe entstehen.

Mit NEVERMORE zeige ich, was mir als Künstler wichtig ist – die Neugier und die Aufgeregtheit beim Suchen der Idee in einem Chaos aus Reizen,
die Unsicherheit und die Zuversicht beim Gestalten, beim Übertragen meiner Energie auf das Material, die Freude über die Vollendung, und das Gefühl der Leere danach.

Kunstaktion NEVERMORE © Charly Eybl

DRAMATURGIE

ANKOMMEN – BEHAGLICHKEIT
Einlass in den Vorraum, eine Leinwand versperrt die Sicht in den Museumssaal. Wir sehen Herrmann Kopflos, Styroporgrabsteinen und eine Fototafel. Die Fotos zeigen verschiedene Stadien der Entstehung eines Marmor-Brunnens, die Inschriften der Grabsteine zitieren Hermann Hesses Gedanken zur Kunst.
Musik: Österreichische Liedermacher

IDEE – IRRITATION
Abdunkelung und Hinterprojektion auf die Leinwand. 150 Bilder in raschem Wechsel stehen für die Schwierigkeit, aus der Menge der Möglichkeiten die „Richtige“ auszusuchen
Musik: Alan Parsons Project (The Raven)

BESINNUNG – ERHOLUNG
Grünes Licht. Einlass in den Aktionsraum. Die Skulpturen können besichtigt werden.
Musik: André Heller und Helmut Qualtinger (Gemma Schaun) und Cidre.

ZERSTÖRUNG / GESTALTUNG – SPANNUNG
Violettes Licht. Ich steige ich auf das Podest und umarme die Säule, bis sie zerbricht. Den Skulpturenrest übergieße ich mit roter Nitrolösung, die das Styropor weiter zerfrisst.
Musik: Ennio Morricone (Bye, Bye Colonel)

LOSLASSEN – SCHOCK
Orangerotes Licht. Ich zerbreche die restlichen Exponate und verschenke die Stücke an die Anwesenden.
Musik: Dire Straits (Money For Nothing)

ABSCHIED – RATLOSIGKEIT
Normales Saallicht. Nach dem Lied schalte ich das Licht aus und verlasse den Raum.
Musik: Konstantin Wecker (Der Weinstock)